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Modul 1: Formen des demokratischen Regierens jenseits des Staates

Globalisierung führt dazu, dass politische Entscheidungen zunehmend von Institutionen auf internationaler, transnationaler, regionaler und lokaler Ebene getroffen werden und immer weniger von Staaten. Beispiele für neue Entscheidungsgremien sind:

  • internationale und supranationale Organisationen wie die Europäische Union oder die Welthandelsorganisation (WTO);
  • internationale Umweltinstitutionen wie das Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD);
  • transgouvernementale Netzwerke wie der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht;
  • Governance-Netzwerke in Metropolregionen wie Paris Métropole;
  • private Behörden wie Rating-Agenturen, die Internationale Organisation für Normung (ISO) oder der Forest Stewardship Council (FSC).

Alle diese Entscheidungsgremien haben gemeinsam, dass sie nicht gewählt werden und deshalb nicht direkt von den Bürgern zur Rechenschaft gezogen werden können – somit haben sie keine demokratische Legitimation. Ausserdem existiert auch kein allgemeines Modell für Demokratisierung: neben repräsentativen gibt es auch liberale, partizipatorische, deliberative oder an Effizienz orientierte Konzepte für demokratisches Regieren. Die Forschungsprojekte in Modul 1 untersuchen, ob und wie Demokratie sich jenseits des Staates manifestiert. insbesondere konzentrieren sie sich dabei auf folgende Fragen:

  • Inwieweit werden die neuen Entscheidungsgremien demokratischer und welche Vorstellungen demokratischen Regierens folgen sie dabei?
  • Werden sie von den Bürgerinnen und Bürgern als demokratisch wahrgenommen und welche Massstäbe werden dabei angelegt? Anhand einer repräsentativen Umfrage und mit Hilfe von  deliberativen Experimenten in vier europäischen Ländern soll herausgefunden werden, welche Vorstellungen und Erwartungen die Bürgerinnen und Bürger in Bezug auf die neuen Entscheidungsgremien haben.
  • Wie berichten die Medien über die neuen Entscheidungsgremien? Eine Analyse von Medieninhalten soll zeigen, wie die demokratische Qualität dieser Institutionen eingeschätzt wird.
  • Übernehmen die neuen Entscheidungsgremien die Vorstellungen der Bürger und Medien von demokratischem Regieren? Und welche Unterschiede gibt es dabei zwischen den einzelnen Gremien?

Ziel ist zu verstehen, unter welchen Bedingungen politische Organisationen, die jenseits des Staates angesiedelt sind, demokratischer werden und welche Rolle dabei die Bürgerinnen und Bürger sowie die Medien spielen. Verläuft der Demokratisierungsprozess nach einem allgemeingültigen Modell oder gibt es viele verschiedene Modelle? Die Forschungsprojekte in Modul 1 untersuchen diese Aspekte in einer vergleichenden Studie von vier europäischen Ländern, die jeweils verschiedene Formen von Demokratie und Mediensystemen repräsentieren: Deutschland, Frankreich, England und die Schweiz. Fünf Projekte konzentrieren sich dabei auf die oben genannten fünf Typen von neuen Entscheidungsgremien. Projekt 6 entwickelt neue Methoden zur Sammlung und Analyse von Medieninhalten. Projekt 7 ergänzt die repräsentative Umfrage, indem es deliberative Online-Experimente durchführt darüber, wie die Bürgerinnen und Bürger die demokratische Legitimität der neuen Entscheidungsgremien wahrnehmen.

Die Forschung baut auf bereits abgeschlossene Forschungsprojekte der ersten und zweiten Phase in den Modulen 1, 2 und 5 auf.

Artikelaktionen
M1

Modul 1

Modul-Leitung: Sandra Lavenex / Daniel Kübler

IP 1: Politische Einstellungen und politisches Verhalten im Zeitalter von neuem Regionalismus und Mediatisierung
Projektleitung: Daniel Kübler / Frank Marcinkowski

IP 2: Internationalisierung und repräsentative Demokratie
Projektleitung: Francis Cheneval / Frank Schimmelfennig / Thomas Winzen

IP 3: Demokratische Qualität und Legitimität in der internationalen Umweltpolitik
Projektleitung: Thomas Bernauer / Vally Koubi

IP 4: Demokratisches Regieren in und durch transgouvernementale Netzwerke
Projektleitung: Tina Freyburg / Sandra Lavenex

IP 5: Die demokratische Kontrolle von transnationalem, privaten Regieren
Projektleitung: Fabrizio Gilardi / Martino Maggetti / Yannis Papadopoulos

IP 6: Medienberichterstattung über politische Institutionen jenseits des Staates: eine computergestützte Medieninhaltsanalyse
Projektleitung: Gerold Schneider / Bruno Wüest

IP 7: Deliberation, Legitimität und epistemische Qualität in politischen Mehrebenen-Systemen
Projektleitung: André Bächtiger / Marco Steenbergen